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Schloss Hundisburg
Es ist vollbracht – nach über einem Jahr aufwendiger Handwerksarbeit erstrahlt ein Prunkstück aus der Glanzzeit des Schlosses wieder in alter Schönheit. Die Rede ist von der historischen Stuckdecke im Hauptsaal von Schloss Hundisburg, welche seit 2010 von unseren Stuckateuren allein anhand von historischen Fotovorlagen rekonstruiert worden ist.
Die auf mittelalterliche Ursprünge zurückgehende Hundisburg wurde zwischen 1663 und 1712 unter Johann Friedrich II. von Alvensleben durch den braunschweigischen Landbaumeister Hermann Korb zu einem Barockschloss ausgebaut.
Aus dieser Bauphase stammt auch die Hauptraumfolge des Schlossgebäudes, zu der neben dem Garten-Vorsaal und dem repräsentativen Treppenhaus außerdem der opulent mit Stuckaturen und Malereien ausgestaltete Hauptsaal gehört.
1945 fielen zwei Drittel des gesamten Baus, darunter auch die barocke Hauptraumfolge, einem verheerenden Schlossbrand zum Opfer.
Innerhalb des nunmehr seit 20 Jahren währenden Wiederaufbaus von Schloss Hundisburg ist auch die Wiederherstellung der barocken Hauptraumfolge vorgesehen. Die dazu erforderlichen Baumaßnahmen wurden bereits 1999 begonnen. Kürzlich konnte der sechste Bauabschnitt fertiggestellt werden.
Zielstellung dieses Bauabschnittes war die vollständige Rekonstruktion der historischen Deckengestaltung mitsamt ihrem üppigen Stuckdekor sowie der prachtvollen Deckenmalerei. Die Rekonstruktion der einstigen Saaldecke wurde mit Hilfe von Originalaufnahmen aus den 1930ger Jahren sowie anhand von Farbdias realisiert.
Bis auf die Deckenmalerei, die von dem Künstler Christoph Wetzel ausgeführt worden ist, lag die Deckenrekonstruktion in den Händen der Firma Fuchs+Girke.
Die diesbezüglich zu leistenden Arbeiten umfassten:
● den Aufbau der ursprünglichen Deckenkonstruktion auf einer
Holzschalung mit Gipskalkputz
● den Aufriss des zu rekonstruierenden Deckenstuckes im Maßstab 1:1
● sowie die Herstellung des kompletten Stuckdekors einschließlich des
dafür erforderlichen Formenbaus entsprechend der historischen Fotos.
Das
Formenrepertoire des zu rekonstruierenden Stuckdekors war mannigfaltig und beinhaltete neben geraden Stuckprofilen und ovalen Deckenspiegeln außerdem äußerst filigran und differenziert gestaltetes Ornamentwerk wie Kartuschen, Rollwerk, Agraffen, Blatt- und Rankendekorationen sowie auch Grotesken- und Rocaille-Schmuck.
Ein Großteil der Stuckarbeiten 
machten Modellier- und Abform-
arbeiten sowie die Herstellung von Gipsabgüssen und Schablonen aus. Die neu herzustellenden Stuckornamente wurden teils in den firmeneigenen Stuckwerkstätten vorgefertigt. Größere Stucksegmente wie die großen Ovale der Bildfelder wurden hingegen direkt vor Ort geformt.
Zur Wiederherstellung der ursprünglichen Stuckaturen wurden zunächst die Grundprofile an der Decke gezogen. Anschließend wurden die vorgefertigten Stucksegmente montiert. Das filigrane Ornamentwerk wie etwa die verspielten Voluten oder das vielteilige Blatt- und Blütenwerk wurden in freier Antragsarbeit an der Decke modelliert. Da nicht alle Details der originalen Deckengestaltung durch Fotos belegbar waren, mussten einzelne Ornamente frei rekonstruiert werden.
Die Stuckateurarbeiten an der Hauptsaaldecke des Schlosses Hundisburg bilden eines der größten und zugleich auch anspruchs-vollsten Bauvorhaben, das von den Mitarbeitern unserer Stuckabteilung ausgeführt worden ist, denn für die Rekonstruktion der histo-rischen Stuckdecke waren Ornamente und Profile auf
einer Gesamtfläche von 211 m² komplett neu herzustellen.
Neben unseren erfahrenen Stuckateuren haben wir für die Rekonstruktionsarbeiten in Hundisburg auch bewusst Lehrlinge des 2. und 3. Ausbildungsjahres involviert, da sie durch die Mitarbeit an diesen äußerst anspruchsvollen Stuckarbeiten ihre praktischen Fähigkeiten wie auch ihr Fachwissen weiter ausbauen konnten, was wiederum für die berufliche Entwicklung unserer Nachwuchskräfte von großer Bedeutung ist.



