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Rückkehr der "Schönen Pforte"
Nach einer über 270 jährigen Odyssee ist das als „Schönes Tor“ bezeichnete Schlosskapellenportal des Dresdner Residenzschlosses wieder an seinen historischen Standort zurückgekehrt. Als Abschluss der rund 4 Jahre währenden Restaurierungsarbeiten wurde heute durch Mitarbeiter unserer Steinmetzabteilung im Beisein des Finanzministers Prof. Dr. Georg Unland die 2,66 x 1,14 große und etwa 1,8 Tonnen schwere Hauptrelieftafel in das kunstvoll gestaltete Portal eingesetzt.
Das zwischen 1554 und 1556 aus Cottaer Sandstein geschaffene Portal zählt aufgrund seiner reichen und fein gearbeiteten Ornamentik sowie dem äußerst qualitätsvollen Relief- und Figurenschmuck
zu den schönsten und bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Renaissance. Nach dem Vorbild antiker römischer Triumphbögen geschaffen, bildet das ca. neun Meter hohe und sechs Meter breite Sandsteintor den prunkvollen Eingang zur Schlosskapelle im großen Hof des großzügig ausgebauten Residenzschlosses. Mit seinem Bildschmuck, der einst farbig gefasst und teilweise vergoldet war, würdigt dieses architektonische Kunstwerk die Einführung der Reformation in Dresden und ist zugleich feierliches Bekenntnis der damaligen wettinischen Landesherren zu ihrer neuen Religion.
Der erste Standortwechsel des „Schönen Tores“ erfolgte um 1738. Nachdem die protestantische Schlosskapelle infolge der Konvertierung des sächsischen Kurfürsten zum Katholizismus geschlossen worden war, wurde das Sandsteinportal zunächst an die Westseite der Sophienkirche versetzt, da diese nunmehr an Stelle der Schlosskapelle als evangelische Hofkirche fungierte. Wegen der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten neogotischen Umgestaltung des Kirchengebäudes wurde das einstige Schlosskapellenportal wiederum ausgebaut und eine zeitlang im Großen Garten zwischengelagert. Von 1872 an war es am Jüdenhof westlich der Südfassade des Johanneums aufgestellt, wo es, der freien Witterung ausgesetzt, mehr und mehr verfiel und 1945 erheblich durch Brandeinwirkung beschädigt worden ist. Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes erfolgte ab 2003 die restauratorische Sicherung des Portals und schließlich dessen vollständige Demontage, um die einzelnen Bauglieder des Portals umfassend restaurieren zu können.
Mit der Einsetzung des Mittelfeldreliefs in die Attika des "Schönen Tores" ist dieses Kleinod der deutschen Renaissance nun wieder vollständig am ursprünglichen Standort aufgebaut. Lediglich die Rekonstruktion der bekrönenden Figuren steht noch aus. Die Rückkehr des Schönen Tores markiert einen bedeutenden Bauabschnitt im Rahmen der Wiederherstellung des Großen Schlosshofes, welcher in seiner Gesamtheit voraussichtlich im Jahr 2013 fertig gestellt sein wird.



